Doku: Wolfgang Penn – Der Weltfilmer aus Kastelruth

Doku: Wolfgang Penn – Der Weltfilmer aus Kastelruth

Der Kastelruther Wolfgang Penn gehört zu den Filmpionieren in Südtirol. Der heute 70jährige gelernte Fotograf gründet 1966 das Filmstudio Penn in Kastelruth und verliert auch gleich sein Herz an die bewegten Bilder und an das beginnende Fernsehen. Seit 1972 filmt und dreht er vor allem im Auftrag des lokalen öffentlich rechtlichen Fernsehens der RAI mit Sitz in Bozen, als freischaffender Kameramann und als TV Produzent mit vielen eigenen Sendereihen zu Brauchtum, Kultur, Gesellschaft: „Brauchtum in Südtirol“, „Regenbogen“, Autoren Werke Meinungen“, „Spektrum“, „Unterwegs“, „Medizin aktuell“, „Nachgedacht“ und „Deboriada“, um nur einige zu nennen.
1977 fährt Wolfgang Penn das erste Mal nach Südamerika zu Südtiroler Missionare. Die 16mm Kamera hat der leidenschaftliche Filmer und sozial engagierte Kastelruther wie immer dabei. Aus dieser Reise entsteht seine erste längere TV Dokumentation „Südtiroler Missionare in Brasilien“. Über 150 Filme aus aller Welt werden in mehr als 40 Jahren folgen. Die Sendereihe „Nord Süd, die Dritte Welt und wir“, später umbenannt in „Fenster in die Welt“, die bis heute auf RAI Südtirol ausgestrahlt wird, bringt Wolfgang Penn in die entlegensten Gegenden der Erde. Die Entwicklungszusammenarbeit und die Arbeit der Missionare und Schwestern vor Ort lassen ihn nicht mehr los, trotz mancher Hürden, die er humorvoll und erfindungsreich meistert (wie transportiert man Rucksäcke voller 16mm Filmrollen mit fehlenden Drehgenehmigungen im kommunistischen China?). „Wir haben so einige abenteuerliche Episoden erlebt, über die wir heute lachen – damals hatten wir aber ganz schön Angst. Aber – wir Filmemacher haben einen moralischen Auftrag“, sagt Wolfgang Penn. „Nach über 40 Jahren und über 95 Überseelandreisen bin ich mehr denn je davon überzeugt. Ich erlebe die Kontinuität der Mission, die heute vor allem eines will: bessere Lebensbedingungen schaffen – unabhängig vom Glauben. Europa, der Westen, die Industriestaaten tragen einen großen Teil der Verantwortung für das Gefälle auf unserer Welt. Wir Filmemacher müssen Ungerechtigkeit sichtbar machen.“

 

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